HR Erfolgsgeschichten schreiben - Schritt 3 von 10

Der Held

Das wichtigste an einer Success Story ist natürlich der Held, denn wir wollen den Kollegen, der in Ihrem Unternehmen so erfolgreich ist, genauer kennenlernen. Je besser wir den Helden zu Beginn beschreiben, desto plausibler können wir ihn im Laufe der Geschichte auch darstellen und seine Beweggründe logisch aufbauen.

Dabei helfen uns die drei Dimensionen nach Lajos Egri mit denen Schriftsteller gerne arbeiten. Die physiologische, die soziologische und die psychologische Dimension. Bitte beachten Sie, dass ich in diesem Fall auf zu persönliche Fragen verzichte, denn es ist immer noch ein werblicher Text innerhalb eines Business-Kontexts.

 

Was ist er denn für ein Typ?

 

Die physiologische Ebene zeigt uns, wie die Figur aussieht oder welche Kleidung sie trägt. Hier kann man die Story auch mit Bildmaterial unterstützen, damit der Leser einen Eindruck von dem Mitarbeiter bekommt. Pointieren können Sie vor allem, wenn sie optisch ungewöhnliche Kollegen haben.

  • Für das Interview ließen sich folgende Fragen formulieren:
  •  Wie sahst du damals aus?
  • Wie waren deine Haare?
  • Welche Kleidung hast du getragen?
  •  Wie alt warst du?

 

Nehmen wir als Beispiel wieder unseren jungen Universitätsabsolventen und geben wir ihm ein schönes, aber durchaus eigenwilliges Tattoo. Sie, als Unternehmen, werden damit ausdrücken "Wir sind offen und interessieren uns für das Know-how der Menschen. Wir lassen uns von Äußerlichkeiten nicht einschränken oder beeindrucken."

 

Wo kommt er denn her?

  • Nun begeben wir uns in die soziologische Dimension und versuchen herauszufinden in welchem Milieu unser Kollege aufgewachsen ist. Folgende Fragen könnten wir für unseren Universitätsabsolventen formulieren:
  • Wo hast du studiert?
  •  Was hat dir am Studium meisten gefallen?
  •  Wie hast du damals gewohnt?
  • Beschreibe deinen Freundeskreis zu dieser Zeit.
  • Welche anderen Interessen hattest du?

Für unser Beispiel nehmen wir folgende Antwort: "Ich habe BWL in München studiert und am besten fand ich die Arbeit in der Fachschaft, da waren wir ein Team und haben neben den Projekten natürlich auch die Partys organisiert. Ich wohnte damals in einer WG mit drei Freunden und meine Freundin lebte noch in Berlin. Da war ich natürlich auch öfters."

Nehmen Sie die Zitate fürs Erste genauso auf, wie Ihr Kollege es formuliert. Sie können Sie später immer noch überarbeiten.

 

Was kann er denn?

 

Die dritte Ebene beschäftigt sich mit der psychologischen Komponente und bezieht sich zum Beispiel auf Begabungen, Gewohnheiten, Talente oder Intelligenz. Für Ihr Interview können Sie sich Fragen überlegen, die ungefähr lauten wie:

  • In welchem Fach warst du gut/schlecht?
  • Was ist dir besonders leichtgefallen?
  •  Was ging dir damals auf die Nerven?
  •   Konntest du gut mit deinen Professoren/ Kommilitonen

Für unser Beispiel können wir folgendes Szenario entwickeln: "Am besten war ich in Marketing & Strategy, obwohl ich Leadership & Learning immer am spannendsten fand, denn der Professor hat das Fach so wahnsinnig praxisnah unterrichtet. Da habe ich nie gefehlt. Was mich zum Schluss hin wirklich nervte, war, dass ich nie Geld hatte. Daher wollte ich auch unbedingt arbeiten und habe meinen Doktor erst mal verschoben."

 

Wir befinden uns noch einige Zeit in der Phase des Interviews und werden weiterhin Inhalte sammeln. Achten Sie daher darauf, den Wortlaut des Kollegen im Original einzufangen, so entwickeln Sie einen Material-Pool aus dem Sie später schöpfen können.